Sprachkritisch unterwegs – Foruminfo 07/2014

Im Dezember werden die Wörter des Jahres gewählt – wie wäre es mit  Putinversteher als Unwort des Jahres? Außerdem geht es in dieser Ausgabe um brisante Begriffe wie ‚gelenkte Öffentlichkeit‘ und ‚Netzwerkredaktion‘, um geheimnisvolle ‚Schlupflückenlöcher‘ und Kritik am Wort ‚Toleranz‘, und um eine realistische Sprachpolitik in der EU. Wir wünschen eine anregende Lektüre!

(1) „Das schlimmste Unwort des vergehenden Jahres war ‚Putinversteher‚“, argumentiert Jakob Augstein in seinem Artikel „Alien vs Predator“ zum Thema Ukraine, Freitag v. 20.11.14, S. 1 [Netzausgabe].

(2) Ein Wortwahlplaner für Ende 2014, mit Terminen u.a. für das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres und den Anglizismus des Jahres, ist im Sprachlog zu finden [Info].

(3) ‚Netzwerkredaktion‚ heißt das Stichwort, das Kai Biermann im Neusprechblog (31. 10.14) auseinandernimmt: „Der große deutsche Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr will […] die Redaktionen von zwei seiner größten Zeitschriften zu einer Netzwerkredaktion umbauen […] Ist das vielleicht nur eine Irreführung, um zu verschleiern, dass es allein um Geld geht?“ [Beitrag].

(4) „Die ARD will wie die Süddeutsche zur ‚gelenkten Öffentlichkeit‚ übergehen. Den Medien werden Leserkommentare lästig, sie wollen aus Angst vor der Öffentlichkeit wieder zurück ins Vor-Internetzeitalter“, schreibt Florian Rötzer in Telepolis (heise online, 21.11.14) [Beitrag].

(5) Über die Kritik am Wort ‚Toleranz macht sich Michael Mann im Lexikographieblog Gedanken: „Wenn Toleranz also nur im Sinne von ‚Duldsamkeit, Nachsicht‘ verstanden wird, ist das eine sehr kleine und pessimistische Auswahl aus dem Bedeutungsspektrum..“ [Beitrag] (Hinweis aus: Blogspektrogramm 47/2014).

(6) „Schlupflückenlöcher“ entdeckt epikur (26.11.14) auf dem Blog Zeitgeistlos: „Überall lauern sie: die Gesetzes-, Steuer-, Gehalts-, Haushalts-, Bildungs-, Renten- und Gerechtigkeitslücken […] und zwingen zur ‚Sachzwangpolitik'“[Beitrag].

(7) Eine realistische Sprachpolitik für die EU fordern Matthias Hüning und Philipp Krämer im Tagesspiegel v. 4.11.14 : „Sprachkompetenz wird unterteilt in Kulturmission und Wirtschaftsförderung. Dabei hätte Europa eine kohärente, zielgerichtete und vor allem realistische Sprachpolitik sehr nötig…“ [Artikel] (Hinweis aus: Blogspektrogramm 45/2014).

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