George Friedman: US-Geostrategie

Seit Jahrzehnten wird die Geopolitik der USA in zahlreichen Denkfabriken, wie z.B. „Rand Corporation“, „Council on Foreign Relation“, „Atlantikbrücke“ vorgedacht. Ein führender privater Think Tank ist „STRATFOR“ (Strategic Forcasting Inc), auch „Schatten-CIA“ oder „US-Geheimdienst“ genannt (vgl. Wikipedia). 

Der Leiter von „STRATFOR“, George Friedman, fasste in einer Rede am 5. Februar 2015 auf einer Konferenz des „Council on Global Affairs“ in Boston die Hauptziele der US-Außenpolitik zusammen (vgl. Non Profit News). Vor allem gehe es darum, eine Annäherung zwischen Deutschland und Russland zu verhindern, um keine eurasische Konkurrenz entstehen zu lassen.

So erklärte er, seit 100 Jahren sei es das Ziel der USA, eine Allianz von Deutschland und Russland zu verhindern, „… denn vereint wären diese beiden die einzige Macht, die uns bedrohen könnte…“.

Er verkündete: “…es würde kein Ort auf der Welt friedlich bleiben. So wird Europa zwar keine großen Kriege führen, aber es wird zurück zum menschlichen Normalfall zurückkehren: es wird ihre Kriege haben, ihre Friedenszeiten, und es wird ihre Leben verlieren.“ Außer zu einzelnen Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Polen habe die USA keine Beziehungen zu Europa.

Die Frage nach dem islamischen Terrorismus bezeichnete er als ein Problem, mit dem man sich befassen muss. Aber das Hauptinteresse der USA seit dem 1. Weltkrieg, sei die Beziehung zwischen Deutschland und Russland, die vereint die einzige Bedrohung für die USA darstellten. Er kündigte an, dass demnächst Militärberater in die Ukraine kommen werden und dass die baltischen Staaten mit Waffen beliefert werden, um einen „Cordon Sanitaire“ um Russland zu bilden.

Weiter führte er aus, die USA würde wie keine andere Macht alle Ozeane der Welt kontrollieren und könne deshalb weltweit intervenieren, ohne angegriffen zu werden. Diese Kontrolle, die die Macht der USA begründet, müsste aufrecht erhalten werden, indem der Aufbau einer feindlichen Flotte verhindert wird. Die USA könne nicht überall Krieg führen, aber sie könne die gegeneinander kämpfenden Mächte unterstützen. In außerordentlichen Fällen, wie in Vietnam, Irak und Afghanistan, sollten sie aber mit Präventivschlägen intervenieren, „…um den Feind aus der Balance zu bringen.“

Die große Frage aber sei wie sich Deutschland verhält, denn deutsches Kapital und Technologie und russische Rohstoffe wären eine „einzigartige Kombination“. Es gälte einen Gürtel von antirussischen Staaten aufzubauen, um Deutschland und Russland zu trennen.

In den „Nachdenkseiten“ hat Albrecht Müller die Rede von Friedman kommentiert: „Hier werden Handlungsanweisungen für die US-Sicherheits- und Außenpolitik geäußert, die durch die praktische Politik der USA erstaunlich weitgehend bestätigt werden und die man zugleich als zynisch und menschenverachtend werten muss, jedenfalls tödlich für 100tausende Menschen. Wenn Sie sich die Äußerungen von Friedman anhören, dann werden Sie manche Schritte und Schachzüge der US-Politik und der dahinter steckenden, von den Republikanern geprägten Ideologie besser einordnen können. Sie werden Äußerungen von Kritikern bestätigt sehen, die von der herrschenden Meinung in Deutschland als antiamerikanisch abgetan werden.“

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